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Wenn du jemals
ein Kind verlierst, wie es mir geschehen ist,
dann wirst du die andere Seite der Wahrheit kennen.
Du wirst verstehen, was es bedeutet, vernichtet zu sein
und doch jeden Tag aufzustehen und den Kessel mit Wasser zu füllen.
Du wirst den Dampf aus dem Kessel steigen sehen und weinen.
Du wirst behaupten, es sei alles in Ordnung.
Du hast ein Staubkorn ins Auge bekommen. Das ist alles.
Auf der Straße werden Tränen auf den Gehsteig tropfen und deine Schuhe füllen.
Sag, die Sonne schiene dir in die Augen.
Wenn du deine Trauer zeigst, vergeht sie nicht.
Wenn du sie verbirgst, vergeht sie nicht.
Sie ist für immer und ewig bei dir, aber es gibt vielleicht eine Stunde, in der
du dich nicht erinnerst.
Einen Abend, an dem der Himmel blau wie Tinte ist.
Einen Nachmittag, an dem deine Tochter hinter einer Grille herläuft, die sie
niemals fangen wird.
Flüstere den Namen deines Babys.
Dann sei still!
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Du
zeigtest mir das Leben ...
Ich
wollte dich ein Stück im Leben begleiten,
dir die schönen, aber auch die traurigen Seiten
dieser Erde zeigen.
Ich
wollte mit dir die kleinen
und die großen Sorgen teilen
wollte mit dir lachen,
wollte mit dir weinen,
wollte viele Jahre mit dir gemeinsam
auf dieser Welt verweilen.
Das
Schicksal aber wollte anders,
du solltest mir all diese Dinge zeigen.
Du sollstest mir zeigen,
was kleine und was große Sorgen,
du meine Kleine solltest mich
als Engelchen durchs Leben begleiten.
Du
hast mir die Augen geöffnet,
du zeigtest mir was wirklich wichtig.
Du gibst mir die Kraft die ich brauche,
um auf dieser Welt zu existieren.
Du mein Engelchen zeigtest mir das Leben ...
(Für
Lara von deiner Mami Denise) |
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Ich will dir
sagen, was dir hilft:
Weinen, weil
du verlassen bist,
denn du bist es.
Weil dir kalt ist. Es ist wirklich kalt.
Weil dir das Weh das Herz zusammenzieht,
mehr, als irgendeiner von uns ermißt.
Du brauchst nicht unter der Eisdecke zu leben.
Schreien. Auch wenn es jemand hört.
Ich verstehe es, wenn du zornig bist
über das Unrecht, das dich getroffen hat.
Wenn du wütend bist auch auf Gott,
der das zugelassen oder gar gewollt hat.
Auch Hiob klagte Gott mit harten Worten an.
Verstummen, wenn du das Gefühl hast,
der andere könne dich nicht verstehen.
Wenn du zu müde bist, zu reden,
oder wenn du dich, auf eine seltsame
und grausame Weise, schuldig fühlst.
Eines Tages wird es nicht mehr so wichtig sein,
zu weinen oder zu schreien.
Aber jetzt tut es gut.
Und jetzt soll es dir niemand verwehren.
(Jörg Zink)
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"...
Es wird dir Schmerz bereiten.
Es wird aussehen, als wäre ich tot, und das wird nicht wahr
sein..." "
Du verstehst.
Es ist zu weit.
Ich kann diesen Leib da nicht mitnehmen.
Er ist zu schwer." "
Aber er wird daliegen, wie eine alte verlassene Hülle.
Man soll nicht traurig sein um solche alten Hüllen..."
(
Antoine de Saint-Exupéry, Der Kleine Prinz)
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von
Irene für ihren Sohn David, der nur 3 Wochen leben durfte
Nur
weinen kann ich noch
Weinen um Dich
Mein liebes Kind
Ich wünschte
Ich könnte mich zerweinen
Mich einfach in Luft aufweinen
Ganz weit wegweinen
Hin zu Dir
Um dann
Niemals wieder
Eine Träne zu vergießen
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Meine
größte Liebe
Mein Kind ist wahrhaftig meine größte Liebe,
ich musste sie gehen lassen,
mich lösen,
sie ziehen lassen zu den Sternenkindern.
Und doch,
meine größte Liebe wird auf immer und ewig
tief in meinem Herzen
mit mir verbunden sein,
in ewiger Liebe!
Eure Mami
(ChrisH)
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Traurigkeit
Die
mir noch gestern glühten,
Sind heut dem Tod geweiht,
Blüten fallen um Blüten
Vom Baum der Traurigkeit.
Ich
seh sie fallen, fallen
Wie Schnee auf meinen Pfad,
Die Schritte nicht mehr hallen,
Das lange Schweigen naht.
Der
Himmel hat nicht Sterne,
Das Herz nicht Liebe mehr,
Es schweigt die graue Ferne,
Die Welt ward alt und leer.
Wer
kann sein Herz behüten
In dieser bösen Zeit?
Es fallen Blüten um Blüten
Vom Baum der Traurigkeit
Hermann Hesse
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Auf
den Tod
Jetzt
bist du schon gegangen, Kind,
und hast vom Leben nichts erfahren,
indes in unseren welken Jahren
wir Alten noch gefangen sind
Ein
Atemzug, ein Augenspiel,
der Erde Luft und Licht zuschmecken,
war dir genug und schon zuviel;
du schliefst ein, nicht mehr zu wecken.
Vielleicht
in diesem Hauch und Blick
sind alle Spiele, alle Mienen
des ganzen Lebens dir erschienen,
erschrocken zogst du dich zurück.
Vielleicht
wenn unsre Augen, Kind,
Einmal erlöschen, wird uns scheinen,
Sie hätten von der Erde, Kind,
Nicht mehr gesehen als die deinen."
Hermann
Hesse
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Klage
Uns
ist kein Sein vergönnt. Wir sind nur Strom,
Wir fließen willig allen Formen ein:
Dem Tag, der Nacht, der Höhle und dem Dom,
Wir gehn hindurch, uns treibt der Durst nach Sein.
So füllen
Form um Form wir ohne Rast,
Und keine wird zur Heimat uns, zum Glück, zur Not,
Stets sind wir unterwegs, stets sind wir Gast,
Uns ruft nicht Feld noch Pflug, uns wächst kein Brot.
Wir
wissen nicht, wie Gott es mit uns meint,
Er spielt mit uns, dem Ton in seiner Hand,
Der stumm und bildsam ist, nicht lacht noch weint,
Der wohl geknetet wird, doch nie gebrannt.
Einmal
zu Stein erstarren! Einmal dauern!
Danach ist unsre Sehnsucht ewig rege,
Und bleibt doch ewig nur ein banges Schauern,
Und wird doch nie zur Rast auf unsrem Wege.
Hermann
Hesse
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Zeit
für Tränen
Wenn
Trauer den Körper befällt, und die Zeit die Linderung versagt.
Wenn Fäuste gegen Wände schlagen und man vom Dunkel betört.
Wenn aus Liebe Angst wird und Schmerz in Wut umschlägt
Wenn man mit Gewalt versucht zu halten, was schon längst zerstört.
Wenn Kummer von Hass verdrängt wird, die Seele dunkel von der Last
die es trägt.
Wenn niemand da der die Zeichen der Trauer versteht und hört.
Dann ist es Zeit
Zeit für Tränen!
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An einen wundervollen Jungen.
Beschwerde
Liebt man dich dort auch so wie auf Erden
und gibt es im Himmel auch Beschwerden ?
Dann gehe hin und schimpfe und klage:
Deine Familie sei nicht in der Lage, es zu verstehen.
Und, du müsstest nochmal zu den Menschen gehen.
Außerdem wärest du viel zu klein,
um allein -ohne uns- im Himmel zu sein !
Die Welt wollte dir doch noch soviel geben.
Sag einfach, du wolltest nochmal mit uns leben.
Dann könnten wir alles leichter ertragen.
Könntest du das bitte fragen ?
Du wolltest doch ein großer Junge werden,
das ist doch genug Grund f�r diese Beschwerden !
Es vermissen dich hier alle soooo sehr,
und uns allen fällt es schwer - hier ohne dich zu leben !
Man muss uns doch noch eine Chance geben.
Schimpfe und klage dort sehr gut !
Sag ihnen, dein Bruder und deine Eltern seien voller Wut.
Sie wollen dich wieder in die Arme schließen
- um ein Leben mit dir gemeinsam zu genießen.
Das muß man doch dort einfach verstehen,
vielleicht lässt man dich dann ja einfach gehen !
Es sei denn, du willst nicht und es ist im Himmel sehr schön
.... dann wollen und müssen wir es verstehen !!!!
In ewiger Liebe zum 5.ten Geburtstag meines Engelchens am 26.10.1983
deine Mama Marion
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Du warst ein Kind der Hoffnung, unsere Liebe um hüllte dich, unsere
Fantasie schmückte dein Leben aus.
Du warst ein Kind der Freude. Wie eine Blüte ging unser Herz auf,
denn wir erwarteten dich voller Sehnsucht.
Du warst ein Kind des Lebens. Wir wollten Leben weitergeben und
uns selbst beschenken lassen.
Du bleibst unser Kind. du bist ein Kind der Sehnsucht, das zu einem
Kind der Trauer wurde.
Du hast sie nicht gesehen, den Sonnenglanz und die Mondsichel.
Du hast nicht in unsere leuchtenden Augen geschaut.
Nun aber siehst du das Licht, das strahlende, wärmende Licht der
Liebe Gottes.
Auch du wohnst im Hause Gottes, wo viele Wohnungen sind.
Du bist gesegnet du Kind der Hoffnung, der Freude und des Lebens.
Und mit dir ist gesegnet unsere Trauer um dich, du Kind bei
Gott.
aus
"Segen strömt aus der Mitte" von Hanne Straeck
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Verdammt!
Das Leben hat mich
überrascht.
nachdenklich gemacht,
enttäuscht und entzückt,
abgehärtet und mich manches mal
von mir selbst entrückt.
Und nun sitze ich da,
mit all meinen Gefühlen in mir,
mit Tränen im Gesicht,
weil ich das Leben wohl
nie richtig gebacken krieg.
Noch nicht mal dreißig Jahre jung,
hänge ich wie eine alte gebrechliche Frau herum,
manchmal verlässt mich einfach der Mut,
nichts ist mehr gut,
nichts tut mir mehr gut,
innerlich die Wut in mir tobt,
scheiße, mein Kind ist tot!!!!!
Es gibt Tage da überkommt mich meine Trauer,
von eben auf jetzt,
ich kann dem nicht ausweichen,
die Trauer ein Bestandteil meines Lebens geworden ist,
die nicht mehr zu vernichten ist.
Wenn das Selbstmitleid an mir zerrt,
ich denke das Leben läuft irgendwie verkehrt,
meine Wut in mir tobt,
Tränen mich blind werden lassen,
weiß ich doch ganz still,
das ich nicht untergehen will.
Ich werde weiter kämpfen und mein Schicksal hat mich geprägt,
ich will leben, aber meiner Trauer auch Raum geben.
Verdammt ich begreife das nicht!
Warum verdammt noch mal ich?
Marion Meurer
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Unaufhörliche
Liebe
(geschrieben am 06.12.2001)
Mir scheint als würde
meine Liebe unaufhörlich
weiter leben wollen.
Trotz allem Schmerz,
allen Verletzungen meiner Seele,
trotz aller psychischen Gewalt,
trotz jedem Schlag in mein Gesicht,
kommt nach jeder gelebten Wut,
nach jeder geweinten Träne,
nach jedem Schrei,
die Liebe neu in mir hervor.
Liebe für mich,
Liebe für Dich,
Liebe zum Leben,
Liebe für mein totes Kind.
Mir scheint als würde
meine Liebe unaufhörlich
weiter leben wollen.
Marion Meurer
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Still
Still wurdest du geboren,
still wurde all meine Freude,
still wurde mein Lachen,
still wurde mein Denken,
still wurden meine Gefühle,
schmerzvoll auserkoren.
Still wurdest du mein Kind
aus mir geboren.
Still mit verschleiertem Blick,
sehe ich oft in die Zeit
mit dir zurück.
Still nach deiner Zeit
ich wieder leben mag,
Tag für Tag.
Still neue Schritte wagen,
still dich fortwährend in mir tragen.
Still ich voll Reichtum bin,
still ich finde neuen Sinn.
Ganz still und leise,
liebe ich dich auf meine Weise.
Marion Meurer
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Täglicher
Abschied
Täglich kommt meine Liebe neu für Dich
in mir hoch,
durchschleicht mich,
berührt mein Herz,
meine Seele,
mein ganzes Denken,
mein ganzes Tun.
Täglich wächst du mit mir,
bist bei mir, bei Allem was ich tue,
sage oder auch nicht sage,
bei Allem was ich sehe und fühle.
Täglich wird mir neu bewußt,
dass dein kleiner Körper
nicht mehr bei mir sein kann,
niemals mehr sein wird,
auch wenn ich mich noch
so sehr danach sehne.
Mir bleibt nur meine Mutterliebe,
die so voll, rund und prächtig ist,
das ich dich nur in Gedanken
schützend umarmen kann.
Meine Sehnsucht kann still nach dir rufen
und täglich weiß ich,
das du nicht zu mir
zurück kehren wirst
Täglich muss ich neu begreifen lernen,
dass du für immer gegangen bist
Marion Meurer
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Ungewissheit
Durch meine Hoffnungslosigkeit,
meinen Unmut,
und meine Verzweiflung,
habe ich gelernt,
aus der Tiefe,
neue Kraft zu schöpfen,
um weiter zu kämpfen
für irgendetwas Ungewisses.
Marion Meurer
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Ausgelaugt
All meine Kräfte schwinden dahin,
die schillernden Farben meines Ich´s
platzen wie eine Seifenblase,
vergehen spurlos.
Was bleibt ist
der Geschmack von Seife.
Marion Meurer
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Ohne
Titel
Der Verstand regelt alles Erlebte,
das Gefühl empfindet anders.
Beides in Einklang bringen,
auf eine schwingende Ebene,
stabil werden läßt.
Selbstvertrauen langsam neu erwacht,
kraftvoll mit aller Wehmut
des Lebens und des Todes.
Schreiten,
gehen,
-ohne zu stolpern-
Kraft tanken mit jedem Atemzug,
mit jedem Tun.
Der Verstand regelt alles Erlebtes,
das Gefühl empfindet anders.
Marion Meurer
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Ungeplant
und unverhofft
Du bist von uns gegangen,
wie du gekommen bist:
ungeplant und unverhofft.
Und mein Leben änderte sich:
ungeplant und unverhofft.
Mein Liebe für dich tief in mir ruht,
manchmal unsagbarer Schmerz nach dir ruft,
jede Träne die ich um dich weine, tut trotz allem gut.
Ein anderes Bewußtsein sich in mir regt,
neue Maßstäbe im Leben legt,
du mein Kind, hast alles in mir bewegt.
Eine echte Kraft in mir blüht,
ein kleines Feuer in mir glüht,
doch dich bekomme ich nicht zurück.
Du bist von uns gegangen,
wie du gekommen bist:
ungeplant und unverhofft.
Dabei wollte ich dich doch!
Marion Meurer
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Einfach
gehen
Gehen- ohne gefragt zu werden.
Gehen- ohne das es an der Zeit wäre.
Gehen- still und leise.
Gehen- ohne einen Kuss.
Gehen- ohne eine Umarmung in Liebe.
Gehen- ohne einen einzigsten Laut.
Gegangen- einfach fort- irgendwo hin.
Zurück gelassen hast du mich
- von Liebe erfüllt
- von Trauer ganz weich
- mit meiner Sinnfrage
- und mit ein wenig Hoffnung,
das alles gut werden wir,
wenn die Zeit vergeht.
Du bist einfach gegangen,
ohne zu fragen,
ganz still und leise.
Marion Meurer
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Auf
meines Kindes Tod
Von
fern die Uhren schlagen,
es ist schon tiefe Nacht,
die Lampe brennt so düster,
dein Bettlein ist gemacht.
Die
Winde nur noch gehen
wehklagend um das Haus,
wir sitzen einsam drinnen
und lauschen oft hinaus
Es
ist, als müßtest leise
du klopfen an die Tür,
du hätt'st dich nur verirret
und kämst nun müd zurück.
Wir armen, armen Toren
Wir
irren ja im Graus
des Dunkels noch verloren -
du fandst dich längst nach Haus
Joseph von Eichendorff
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Der
kleine Franz
Zarter
Knabe, der du bang
sonst im Finstern zagtest,
sprich, wie du den großen Gang
durch das Dunkel wagtest,
wagtest, in den Schlund, davor
alle zitternd stehen,
durch das schwarzverhängte Tor
so allein zu gehen?
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Erinnerung
Der
Abend kam. Die Schatten fielen.
Rings an den Fenstern ward es hell.
Die Kleine, müd vom Lauf und Spielen,
lag mir am Fuß im Bärenfell.
Die
nackten Beinchen hochgezogen,
hielt sie in kleiner Hand den Stift
und füllte meinen schönsten Bogen
mit Häkchen einer Runenschrift.
Rings war's so still, wie zum Gebete;
der ems'ge Stift nur raschelt leis...
Es schrieb kein Dichter und Prophete
sein Weisheitsbuch mit größrem Fleiß!
Da plötzlich schmeichelnd mit den lieben
Äuglein mein Kindchen zu mir schlich:
"Weißt du, Papa, was ich geschrieben?"
"Ein Briefchen?" - "Ja." - "An wen?" -
"An dich!"
"Goldkind, an mich? Was steht darinnen?
Der Abend macht die Augen trüb..."
Und sie, nach lächelndem Besinnen:...
"Daß ich dich lieb hab', furchtbar lieb!"
Es floß ein letzter Sonnenschimmer
ums Köpfchen ihr mit goldnem Hauch -
"Das schreibst du mir im selben Zimmer?
Sag's mir doch laut, dann weiß ich's auch."
Da sah mich an das kleine Wesen
und reicht' das Blatt mir lächelnd hin:
"Behalt's, Papa, dann kannst du's lesen,
wenn ich mal nicht im Zimmer bin..."
.....O bittres Wort aus lieben Zeiten
das du der Sehnsucht Flügel leihst!
Es schlug die Stunde längst zum Scheiden,
und dieses Zimmer ist verwaist.
Von deinem Jauchzen, deinem Lieben,
von all dem, was sie nie vergißt,
ist nur ein Blatt zurückgeblieben,
das wirr und kraus bekritzelt ist.....
(Rudolf
Presber)
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wieder
hoch
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